Alles um sonst?

Ich hab mir ja immer Mut zugesprochen und versucht alles so optimistisch wie möglich zu sehen, doch wenn man täglich die besorgten Blicke eines Freundes vor sich sieht, die einem förmlich ins Gesicht schreien: "Oh Gott, du wirst bald sterben!" kommen einem doch Zweifel, ob das denn alles so funktioniert, wie man sich das ganz locker gedacht hatte.

Ich weiß, dass ein harter Weg vor mir liegt, doch meine Kopfschmerzen sind nun beinahe täglich, ich kann nachts nicht mehr schlafen, weil mich diese Schmerzen so quälen und ich habe ständig das Gefühl, als wäre ich jeden Moment einfach so tot. Es mag höchst paranoid sowie hypochonderisch klingen, aber so geht es mir - und ich bin kein Mensch, der ständig über seine Schmerzen klagt. Klar, ein wenig schon...Aber wenn es wahre Schmerzen sind, nie! Nur, wenn ich wirklich Angst habe - und die verspüre ich leider Gottes von Tag zu Tag mehr.

In meinem Bett winde ich mich vor Verzweiflung, reisse mir zum Teil Haare aus und hoffe, dass es einfach irgendwie vorbei geht. Das die Erlösung kommt. Aber die suche ich nicht, wie viele an meiner Stelle, im Tod, sondern im Leben. Ich will verdammt noch mal Leben. Ich will nicht hier schon enden. Ich muss doch mein Kapitel noch zu Ende schreiben... Es fehlen mir einfach noch zu viele Dinge, die zu meinem Wissensschatz hinzugefügt werden sollten, bevor ich abschließen kann. Wie ist es einen geliebten Menschen, der einen in jeder Lage unterstützt, neben sich zu haben? Jemand der einen anfässt, ohne sich davor zu ekeln.Wie ist es, sich heiß und innig zu begehren? Was fühlt man bei einem Kuss völliger Liebe? Wie fühlt es sich an, sich einfach fallen zu lassen?

Ich kenne all diese Erfahrungen nicht und hatte mir früher als 13Jähriger immer gedacht: Spätestens mit 16 weißt du Bescheid und bist ein Erwachsener. Heute bin ich 20 und ich habe immer noch keine Ahnung vom Leben. Ich fühle mich wie ein Aussetziger, wie jemand, der nicht in diese Welt gehört und der für etwas bestraft wird, was ihm selbst nie wirklich bewusst geworden ist. Wirklich, sollte das eine Strafe für irgendetwas sein, dann weiß ich nicht wofür. Ich habe ja nicht mal wirklich mein eigenes Leben leben können. Es wurde immer eigentlich von anderen bestimmt. Eigene Entscheidungen kann ich nicht treffen, weil es mir immer gegen meinen Willen einfach genommen wurde und ich trau mich auch schon gar nicht mehr etwas zu sagen, weil ich mich vor meinen Leuten wie ein Fremder vorkomme...

Wofür muss ich das nun alles durchmachen? Habe ich mich nicht schon genug aufgeopfert?

Ich will nicht arrogant klingen, ich will einfach nur verstehen... =(

 

5.2.07 09:30
 


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