Alles um sonst!!

Hätte ich so jetzt eigentlich nicht gedacht... Ich dachte wirklich ich würde diesem schrecklichem Leben endlich ein Ende machen. Das nicht im negativem Sinne, sonder im positivem - und zwar mit Bekämpfen meiner Krankheit! Ich war draußen, ich war fertig. Sah zwar aus, wie ein kleiner Nazi mit meiner neuen "Frisur" - aber ich lebte. Ja, ich konnte mir endlich in Ruhe Gedanken darüber machen, was ich nun alles machen möchte. Und? Und???

Die erschütternde Diagnose kam gestern: "Wir haben leider noch Reste nachweisen können, es tut uns schrecklich Leid, aber wir müssen noch mal beginnen..."

Warum zur Hölle? Was habe ich der Menschheit, der Welt oder wem auch immer getan, damit ich das verdient habe? Mir fallen ein Haufen paar Leute ein, die es eher verdient hätten, ohne jetzt arrogant klingen zu wollen!!

2.6.07 02:48


Alles um sonst?

Ich hab mir ja immer Mut zugesprochen und versucht alles so optimistisch wie möglich zu sehen, doch wenn man täglich die besorgten Blicke eines Freundes vor sich sieht, die einem förmlich ins Gesicht schreien: "Oh Gott, du wirst bald sterben!" kommen einem doch Zweifel, ob das denn alles so funktioniert, wie man sich das ganz locker gedacht hatte.

Ich weiß, dass ein harter Weg vor mir liegt, doch meine Kopfschmerzen sind nun beinahe täglich, ich kann nachts nicht mehr schlafen, weil mich diese Schmerzen so quälen und ich habe ständig das Gefühl, als wäre ich jeden Moment einfach so tot. Es mag höchst paranoid sowie hypochonderisch klingen, aber so geht es mir - und ich bin kein Mensch, der ständig über seine Schmerzen klagt. Klar, ein wenig schon...Aber wenn es wahre Schmerzen sind, nie! Nur, wenn ich wirklich Angst habe - und die verspüre ich leider Gottes von Tag zu Tag mehr.

In meinem Bett winde ich mich vor Verzweiflung, reisse mir zum Teil Haare aus und hoffe, dass es einfach irgendwie vorbei geht. Das die Erlösung kommt. Aber die suche ich nicht, wie viele an meiner Stelle, im Tod, sondern im Leben. Ich will verdammt noch mal Leben. Ich will nicht hier schon enden. Ich muss doch mein Kapitel noch zu Ende schreiben... Es fehlen mir einfach noch zu viele Dinge, die zu meinem Wissensschatz hinzugefügt werden sollten, bevor ich abschließen kann. Wie ist es einen geliebten Menschen, der einen in jeder Lage unterstützt, neben sich zu haben? Jemand der einen anfässt, ohne sich davor zu ekeln.Wie ist es, sich heiß und innig zu begehren? Was fühlt man bei einem Kuss völliger Liebe? Wie fühlt es sich an, sich einfach fallen zu lassen?

Ich kenne all diese Erfahrungen nicht und hatte mir früher als 13Jähriger immer gedacht: Spätestens mit 16 weißt du Bescheid und bist ein Erwachsener. Heute bin ich 20 und ich habe immer noch keine Ahnung vom Leben. Ich fühle mich wie ein Aussetziger, wie jemand, der nicht in diese Welt gehört und der für etwas bestraft wird, was ihm selbst nie wirklich bewusst geworden ist. Wirklich, sollte das eine Strafe für irgendetwas sein, dann weiß ich nicht wofür. Ich habe ja nicht mal wirklich mein eigenes Leben leben können. Es wurde immer eigentlich von anderen bestimmt. Eigene Entscheidungen kann ich nicht treffen, weil es mir immer gegen meinen Willen einfach genommen wurde und ich trau mich auch schon gar nicht mehr etwas zu sagen, weil ich mich vor meinen Leuten wie ein Fremder vorkomme...

Wofür muss ich das nun alles durchmachen? Habe ich mich nicht schon genug aufgeopfert?

Ich will nicht arrogant klingen, ich will einfach nur verstehen... =(

 

5.2.07 09:30


Durchsichtig?

Ich habe seit kurzem das Gefühl, dass mich ein schwarzes Loch verschluckt hat. Egal wo ich bin, was ich mache, was ich sage - ich werde einfach nicht beachtet. Ich könnte mich womöglich auch kopfüber mitten auf einen Gehweg stellen, es würde dann doch keine Sau interessieren. Vorher hat man mich wegen jedem möglichem kleinsten Scheiß angemacht, man konnte mich nie in Ruhe lassen. Vor allem Mom hatte es immer auf mich abgesehen. Doch seit diesem gewissen Termin ist mein Leben auf einmal total anders.

Glauben die Menschen, dass sie mich jetzt mit Samthandschuhen anpacken müssen? Und da sie keine haben, ignorieren sie mich einfach. Natürlich nur zu meinem Wohl. Ahahaha... Ja super. Das das mich nur mehr runterzieht, habe ich bereits versucht zu erklären - ist aber absolut sinnlos.

Sätze die man nicht so meint, wie man sie sagt Teil 1:

Schon oft wurde mir an den Kopf geknallt (und das nicht von minder wichtigen Personen), dass es doch besser wäre, wenn ich sterben würde. Ja, ein Freund sagte sogar mal (nicht im Wissen, dass ich es höre) aus, es sei ihm eigentlich egal, wenn ich sterbe - er hätte ja all die anderen und mit mir hat er eigentlich so gut wie nichts zu tun. Was ich ihm eigentlich liefere, das sieht er erst jetzt, wo ich die Krankheit habe ein. Ich greife ihn an dieser Stelle nicht an - ich schreibe mich nur aus und naja, die Person weiß schon wie ich sie /ihn einschätze und wie das gemeint ist.

Sätze die man nicht so meint, wie man sie sagt Teil 2:

Meine Mutter schrie mich kürzlich in einem Konflikt mit den Worten "Wir wären alle besser dran, wenn es dich nicht geben...oder nicht MEHR geben würde!" Nach dem ersten Schock, der unschwer auf ihrem Gesicht zu sehen war, fing sie an zu weinen und bettelte mich an ihr zu verzeihen.

-> früher hätten diese beiden Personen sich nie bei mir entschuldigt. Sie hätten es so stehen lassen. Es liegt nicht daran, dass sie mich jetzt mehr da haben wollen, dass ihnen mein Tod nun nicht mehr egal ist, sondern vielmehr einfach, dass es endgültig ist und dass es grausam ist, so etwas zu sagen. Was sollen die Leute denn denken? Sowas kann man einem Kranken doch nicht an den Kopf knallen. Es hat vielmehr ethische als gefühlsmäßige Gründe - und das bekümmert mich zu tiefst... Und sie wissen gar nicht wie tief. Wenn ich weine, tue ich das nicht, weil ich krank bin - ich tue es vielmehr deswegen, weil ich einfach unkorrekt behandelt werde. Nicht mehr als der, der ich bin. Deswegen: Bin ICH unsichtbar?!

23.12.06 21:32


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